Nur auf Sachwerte bezogenes Geld kann in freien Märkten bestehen -
Papiergeld ohne Umtauschpflicht ist stets der Weg in die Planwirtschaft

Veröffentlicht am Di, 28 Aug 2012 von MA
Steckt der Kapitalismus wirklich in der Krise, oder ist es nur das System des planwirtschaftlich bewirtschafteten Papiergelds, das uns in Nöte bringt? Scheinbar taumeln die globalen Kapitalmärkte von Krise zu Krise. Das internationale Kreditmarktchaos, ausgehend von den Zahlungsausfällen im US-amerikanischen Markt für Hypothekendarlehen geringer Qualität (Subprime!), hat inzwischen auch viele Staaten der EURO-Zone erfasst. Das Vertrauen der Anleger in die üblichen Kapitalanlagen an sich hat schwer gelitten. Folgt man gängigen Prognosen zu den Krisengründen, dass eben Verantwortungslosigkeit der Kreditnehmer und überzogene Risikospekulationen der Kreditgeber Ursache des ganzen Desasters seien, könnte man rasch glauben, dass wirklich nur stärkere staatliche Kontrolle künftige Krisen zu verhindern vermag.

Doch tatsächlich geht diese Krisenwelle vom Staat aus. Schlechterdings kann da ausgerechnet der Staat Retter sein. Die Finanzmarktkrisen sind eben nicht ein Resultat eines kapitalistischen Währungssystems, sondern vielmehr die eines planwirtschaftlich konzipierten Papiergeldsystems. Ob nun EURO, US-Dollar, Yen oder britisches Pfund: Sie alle repräsentieren nicht mehr als Fiat Money, also nichteinlösbares Papiergeld, das von staatlichen Notenbanken kontrolliert wird. Und während sich die Deutsche Bundesbank zu D-Mark-Zeiten zumindest noch der Werthaltigkeit ihrer Währung verpflichtet fühlte, möchte die EZB den EURO ganz ungeniert zur Inflationswährung verkommen lassen.

Ludwig von Mises (1883-1973)
Ökonomisch betrachtet lässt sich das jetzige Papiergeldsystem nicht überzeugend rechtfertigen. Seine zweifelhafte Erfolgsgeschichte zwingt uns nach beseren Lösungsansätzen zu suchen. Magna Aurelia setzt hier an, denn nur freies Marktgeld kann einen unverzichtbaren Grundstein solider gesellschaftlicher Freiheit bilden. So formulierte Ludwig von Mises (1881 - 1973), einer der bedeutendsten freiheitlichen Denker des 20. Jahrhunderts: "Nur eine an Sachwerten orientierte Währung macht uns vom Einfluss der Politik und der schwankenden wirtschaftspolitischen Anschauungen wechselnder politischer Mehrheiten unabhängig." Geld, das der direkten oder indirekten Willkür von Politikern untersteht, ist früher oder später verloren!

Geld muss wieder das werden, was es immer war, bevor die Regierungen der Länder die Hoheit über die Notenpresse erlangten: eine Institution des freien Marktes, allein bestimmt durch Angebot und Nachfrage. Nur freies Marktgeld ist manipulationsfrei und werthaltig. Der Spielraum für wachstumsschädliche Marktinterventionen, die regelmäßig als "politische Lösungen" aus Wirtschafts- und Finanzkrisen erwachsen, muss verschwinden. Nicht nur unser Erspartes, auch unsere Freiheit zum Wohlstand ist gefährdet durch die monetäre Planwirtschaft, wie sie derzeit gerade in der EZB neue Blüten treibt.

 
Grundsätzlich ist die Forderung einer Verzinsung beim Geldverleih ökonomisch verständlich. Der Gläubiger verzichtet für einen bestimmten Zeitraum auf eine eigenständige Verwendung seines Geldes und läßt sich für diesen Nachteil entschädigen. Anstatt sich auf eine ungewisse Höhe in Form einer Gewinnbeteiligung einzulassen (das könnte er beispielsweise über den Kauf von Aktien), zieht er eine feste Entlohnung seines Verwendungsverzichts mit einer periodischen Zahlung vor. Das heißt dann Zinsen. Wird diese Bezahlung nicht vollzogen, sondern auf die Kreditsumme aufgeschlagen, wird ein Zinseszins fällig.
 
Kritikwürdig wäre allenfalls die Entstehung verleihbaren Geldes. Selbst unter Beachtung marxistischer Ausbeutungstheorien basiert das angehäufte Geldkapital prinzipiell auf vorangegangene Ersparnisse. Teile des Einkommens wurden weder konsumiert, noch für eigene Investitionen ausgegeben. Das kann später umgekehrt laufen, wenn das künftigen Einkommen geringer ausfällt als die Ausgaben. Dann werden die vorangegangenen Ersparnisse abgetragen. In der Zwischenzeit kann aber das Geld durch Inflation seinen Wert verlieren. Schon um diesen Nachteil auszugleichen, ist die Zinsforderung notwendig.
 
Zur Zeit deckt der Marktzins noch nicht einmal die Inflationsrate. Real verlieren also Geldbesitzer trotz ihrer Zinsgewinne. Hinzu kommt das Risiko, das entliehene Geld nicht zurückzubekommen. Entsprechende Risikoaufschläge auf den Zins läßt der Markt nicht immer zu. Sogar der Geldverleih an den Staat ist nicht mehr sicher – Käufer griechischer Staatsanleihen wissen dies. Schlechte Zeiten für Geldbesitzer – selbst mit Möglichkeit, beim Verleihen Zinsen zu fordern.